Das Fach Deutsch am Bergischen Kolleg in Wuppertal möchte nicht nur kühles Verständnis, sondern Liebe, Lust und Leidenschaft zur deutschen Sprache und ihren Texten erwecken und befördern. Sie, die Studierenden, werden

  • Dichtung begegnen
  • Literarische Formen analysieren und nachschaffend erkunden Sachtexte erfassen und verfassen
  • Sinnhorizonte erschließen
  • Wirkungen hinterfragen

 

Der gebürtige Düsseldorfer Heinrich Heine verfasst in Hamburg, am 17. September 1844, folgenden Text zum Thema:

Im traurigen Monat November war's,
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,
Da reist ich nach Deutschland hinüber.

Und als ich an die Grenze kam,
Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen
In meiner Brust, ich glaube sogar
Die Augen begunnen zu tropfen.

Und als ich die deutsche Sprache  vernahm,
Da ward mir seltsam zumute;
Ich meinte nicht anders, als ob das Herz
Recht angenehm verblute...

 

Dabei setzt man sich mit den literarischen Epochen auseinander, man wird

  • Lebensläufen nachgehen
  • Lebensgefühle wahrnehmen
  • Lebensumstände ermessen
  • Kunstformen vergleichen
  • Wechselbeziehungen betrachten

Beim Schreiben kommt es darauf an:

  • Grammatik beherrschen
  • Stilsicher ausdrücken
  • Präzise formulieren
  • Sachverhalte wiedergeben
  • Meinungen vertreten

Beim Verstehen, Lesen, Schreiben entscheidet das lebendige Argumentieren, beim Sprechen wird man im kommunikativen Prozess des Unterrichts

  • Selbst sicher reden
  • Mit Worten wirken
  • Sprachmuster erkennen
  • Reden untersuchen
  • Redner durchschauen

Schließlich gehen im Deutschunterricht am Bergischen Kolleg die traditionellen Vermittlungsagenturen literarischer Bildung Seit’ an Seit’ mit den rasend schnell sich entwickelnden modernen Medien. Sie, die Studierenden, werden

  • Büchereien nutzen
  • TV-Programme sichten
  • Filme sehen lernen
  • Theater entdecken
  • das WWW erkunden

Hier spricht der Lehrplan auf trockene Weise das grundlegend-interessante Bildungsprogramm der Einführungsphase gelassen aus:

Der Unterricht in der Einführungsphase dient der Angleichung unterschiedlicher Voraussetzungen der Studierenden und vermittelt Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten (u.a. Techniken der Textbearbeitung), die als Grundlage für die Weiterarbeit in Grund- und Leistungskursen der Hauptphase verfügbar sein sollen.
Gegenstände des Unterrichts sind fiktionale und nichtfiktionale Texte.
Am Ende der Einführungsphase sollte die Unterscheidung dieser Textformen, ihrer Merkmale, der Beschreibungsbegriffe und Kommunikationsformen vorausgesetzt werden können.


I. Fiktionale Texte (erzählende, dialogische, lyrische Textformen)
a) erzählende Textformen

  • Unterscheidung zwischen Er-Erzählung und Ich-Erzählung, erzählen und berichten
  • Unterscheidung zwischen auktorialer und personaler Erzählsituation
  • Unterscheidung zwischen panoramatischem und szenischem Erzählen
  • Unterscheidung zwischen Autor/in und Erzähler
  • Unterscheidung zwischen Zeitraffung, Zeitdehnung, Zeitdeckung, zwischen linearem Erzählen, Vorausdeutungen und Rückwendungen

b) dialogische Textformen

  • Unterscheidung zwischen Haupttext (Dialog und Monolog) und Nebentext (Szenenanweisung, Regieanweisungen, Personenangaben)
  • Verbale und nonverbale Kommunikation
  • Unterscheidung von Person und Figur
  • Kenntnis der Bedeutung der Bezeichnungen Akt/Aufzug, Szene, Auftritt

c) lyrische Textformen

  • Unterscheidung zwischen gebundener Sprache und Prosasprache
  • Unterscheidung unterschiedlicher Formen lyrischen Sprechens
  • Kenntnis der Bedeutung der Bezeichnungen Verszeile, Strophe, Gedichtform
  • Kenntnis der Bedeutung der Bezeichnung „Sprecher im Gedicht“, „lyrisches Ich“
  • Kenntnis von Reimformen und der Funktion von Reimbindung und freien lyrischen Ausdrucksformen sowie bildhafter Formen des lyrischen Sprechens

II. Nichtfiktionale Texte

  • Unterscheidung von nichtfiktionalen Texten nach ihrer Kommunikationssituation (Bericht, Beschreibung, Brief, Rede, Kommentar etc.)
  • Autorenabsicht und Adressatenbezug
  • Verfahren der strukturierten Inhaltswiedergabe eines Textes
  • Unterscheidung zwischen (textbezogenem) Gegenstand und (außertextlichem) Thema
  • Formen der Argumentation in argumentativen, meinungsbildenden Texten

Formen der Textbearbeitung

  • zweckmäßige Verfahren der Textmarkierung
  • sachgerechtes und zweckmäßiges Zitieren

Jens Clausen für die Fachgruppe Deutsch

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